„Kiewer Gespräche“ 2010

Korruption in Politik, Wirtschaft und Verwaltung – Zivilgesellschaftliche und internationale Gegenstrategien

Die "Sechsten Kiewer Gespräche" fanden von Donnerstag, 28. Oktober bis Samstag, 30. Oktober 2010 in Kiew zum Thema "Korruption in Politik, Wirtschaft und Verwaltung - Zivilgesellschaftliche und internationale Gegenstrategien" statt.

ReferentInnen

Heike Dörrenbächer

geboren 1966 in Nürnberg; studierte Politische Wissenschaften, Geschichte und Slawistik an der Freien Universität Berlin. Heike Dörrenbächer war Studienleiterin an der Europäischen Akademie Berlin, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, Stellvertretende Leiterin der Europäischen Akademie Berlin, Geschäftsführerin der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde und ist seit 2009 Leiterin der Friedrich Naumann Stiftung in Kiew.

Gabriele Freitag

Geboren 1965 in Lippstadt in Westfalen; studierte Osteuropäische Geschichte und Russisch and den Universitäten Frankfurt am Main und Bristol in Großbritannien. Gabriele Freitag arbeitete von 1992 bis 1995 bei der „Forschungsstelle Osteuropa“ in Bremen. In der Zeit von 1996 bis 2000 beschäftigte sie sich mit der Recherche für ihre Doktorarbeit an der Universität Frankfurt am Main, was mehrere Rechercheaufenthalte in Moskau beinhaltete. Von 2001 bis 2009 war sie Referentin bei der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft und seit 2010 ist sie Geschäftsführerin bei der „Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde“ (DGO) in Berlin. Die DGO ist ein Forum für Diskussionen über politische, ökonomische und kulturelle Entwicklungen in Osteuropa und setzt sich für den Dialog zwischen Ost und West ein.

Rebecca Harms

Geboren 1956 in Hambrock bei Uelzen; Ausbildung zur Baumschul- und Landschaftsgärtnerin. 1977 Gründungsmitglied der Bürgerinitiative gegen die Atommülllagerung in Gorleben. 1984 Assistentin von Undine von Blottnitz im Europäischen Parlament. 1988 bis 1994 hat sie in der Wendländischen Filmcooperative an zahlreichen Dokumentarfilmen mitgearbeitet. 1994 Kandidatur für den niedersächsischen Landtag, ab 1998 Fraktionsvorsitzende. Ein Schwerpunkt ihrer politischen Arbeit blieb immer die Energiepolitik. Ihren Einsatz für erneuerbare Energien, für einen effizienten Umgang mit Energie und gegen eine Renaissance der Atomkraft setzt Rebecca Harms seit 2004 im Europäischen Parlament im Ausschuss Industrie, Forschung und Energie fort. Sie ist Mitglied der Ukraine-Delegation sowie stellv. Mitglied im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments. Sie gehört dem Parteirat von Bündnis 90/DIE GRÜNEN an und ist zusammen mit Daniel Cohn-Bendit Fraktionsvorsitzende von Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament.

Hans-Jürgen Heimsoeth

Geboren 1953 in Mossoori, Indien; Schulbesuche in New York, Djakarta, Bandung und Belgien; studierte Geschichte, Philosophie und Germanistik in Freiburg und Paris. Seit 1981 ist er im Auswärtigen Dienst beschäftigt, 1984-87 Politische Abteilung der Deutschen Botschaft Moskau, 1987-89 ständiger Vertreter Deutsche Botschaft Mogadischu. 1987 Promotion an der Universität Freiburg. Hans-Jürgen Heimsoeth war persönlicher Referent des Bundespräsidenten 1989-94, Leiter der Wirtschaftsabteilung, Deutsche Botschaft Brasilia 1994-97, Leiter der politischen Abteilung, Deutsche Botschaft Warschau 1997-2000. 2000-2005 war er als Referatsleiter im Auswärtigen Amt tätig, 2005-2008 war er Konsul der Deutschen Botschaft in New York und ist seit 2008 Deutscher Botschafter in der Ukraine.

Johannes Ludwig

Geboren 1949; 1968-72 Studium der Musik, ab 1974 volkswirtschaftliches Studium; 1980-85 Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Berlin (Lehrstuhl Volkswirtschaftslehre/ Finanzwissenschaft); 1985-1992 selbstständige Tätigkeit als freier Journalist, Publizist und Autor, auch Mitwirkung an Filmprojekten; 1992-96 wissenschaftliche Mitarbeit am Studiengang Journalisten-Weiterbildung der Freien Universität Berlin; 1997 Promotion zum Dr. phil., bis 2000 freischaffender Medien-, Kommunikations- und Wirtschaftswissenschaftler; seit 2000 Professor an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, Fakultät Design, Medien und Information, Fächer: Medienbetriebswirtschaftslehre, Medienmanagement, Technikfolgen/ Kommunikationstheorie, wissenschaftliches Arbeiten, Redaktionsorganisation/- arbeit, Recherchefachprojekte.

Tobias Münchmeyer

geboren 1968 in Bielefeld; studierte Politikwissenschaft und Slawistik an der FU Berlin. Tobias Münchmeyer war 1995-1996 Leiter des Büros der Heinrich-Böll-Stiftung in Kiew und Koordinator der internationalen Konferenz „Lessons of Chernobyl“ anlässlich des 10. Jahrestages der Tschernobyl-Katastrophe. Anschließend arbeitete er zum Thema Energieeffizienz im Moscow Energy Centre der EU, bevor er 1998 zu Greenpeace International wechselte. Dort arbeitete er als Atom-Experte mit Schwerpunkt Osteuropa. 2002 arbeitete er für ein Jahr im Auswärtigen Amt, wo er im Sonderstab Afghanistan für Humanitäre Hilfe und Wiederaufbau zuständig war. 2003-2004 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bundesabgeordneten Winfried Nachtwei in der Bundestagsfraktion der Grünen. 2004 kehrte Münchmeyer zu Greenpeace zurück. Seither ist er als stellvertretender Leiter der Politischen Vertretung Berlin vor allem für den Bereich Klima- und Energiepolitik zuständig.

Hryhoriy Nemyria

Geboren in Donetsk, Ukraine; studierte Geschichte an der Staatlichen Universität Donetsk und promovierte an der Taras Shevchenko Universität in Kiew. Er war stellvertretender Direktor der Nationalen Kiew-Mohyla-Akademie und Vorstandsvorsitzender des „International Renaissance Foundation“. In der ersten Regierung von Yulia Tymoshenko (Januar – September 2005) Berater für auswärtige Politik und europäische Integration. Von 2006 bis 2007 stellvertretender Leiter der ständigen parlamentarischen Delegation bei der parlamentarischen Versammlung des Europarates (PACE). Hryhoriy Nemyria ist Mitglied des Parlaments im Block von Yulia Tymoshenko (BYuT) und saß dem Unterausschuss für europäische und Euro-Atlantik Integration vor. Vize-Premierminister und verantwortlich für die europäische und internationale Integration in der zweiten Regierung von Yulia Tymoshenko (Dezember 2007 – März 2010). Heute stellvertretender Fraktionsvorsitzender der BYuT und außenpolitischer Berater von Yulia Tymoshenko. Schirmherr der Kiewer Gespräche.

Jürgen Roth

geboren 1945 in Frankfurt am Main; Beirat von von Business Crime Control, ist einer der bekanntesten investigativen Journalisten Deutschlands; seit 1971 publizistisch tätig, veröffentlicht Fernsehdokumentationen und Bücher. Themenschwerpunkte: mafiose Netzwerke, organisierte Kriminalität und organisierte Wirtschaftskriminalität mit den Schwerpunkten Deutschland, Osteuropa und russische Föderation; Verstrickungen von Politikern, Wirtschaftseliten, Justiz mit organisiertem Verbrechen; die russische Mafia, ukrainische Oligarchie, Korruption in Deutschland, u.a., Webseite: www.juergen-roth.com

Stefanie Schiffer

Geboren 1965 in Heilbronn in Baden Württemberg, studierte Slawistik und Geschichte in Tübingen und München. 1992 bis 1995 Direktorin des „Deutsch Russischen Austausch e.V.“ (DRA) in St. Petersburg: Aufbau von NGO Unterstützungszentren in russischen Regionen, Austauschprogramme für Jugendarbeiter, Menschenrechtsaktivisten und Journalisten. Von 1997 bis 2006 Geschäftsführerin des „Deutsch Russischen Austausch e.V.“ in Berlin. Seit 2006 Geschäftsführerin des „Europäischen Austausch gGmbH“ in Berlin. Vorstandsmitglied im Verein „Menschenrechte in Belarus e.V.“, Mitglied der Heinrich-Böll Stiftung.