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VIDEO: Der Freie Gemeinschafts- Raum "Khata-Hub" in Chyhyryn

Die GewinnerInnen des Kleinprojektewettbewerbes der KIEWER GESPRÄCHE beeindrucken nach wie vor durch ihre Arbeit und vor allem durch das, was sie bewegen. Dazu zählt auch der Gemeinschaftsraum „Khata-Hub“ in der Kleinstadt Chyhyryn im zentralukrainischen Gebiet Cherkasy.

Die Einwohnerzahl in Chyhyryn beträgt weniger als 14000 EinwohnerInnen, und wie vielerorts im ländlichen Raum der Ukraine schrumpft sie immer weiter. Vor allem junge Menschen wandern aus, da einfach keine Arbeit und keinerlei Entwicklungsperspektive in Sicht ist.

Genau so ein düsteres Bild hatte auch Stadtbewohnerin Dina Hlazunova vor Augen, als ihre Tochter die Schule abschloss. Wie Dina erzählt, ist nicht nur der Arbeitsmarkt in Chyhyryn ein Problem, sondern auch die Freizeitgestaltung. Es gibt nicht einmal ein Kino. Wenn sich die Menschen einmal woanders als Zuhause treffen möchten, gibt es in der ganzen Stadt nur einen Ort: eine Pizzeria.

Aber wo es Leute mit Träumen und Ideen gibt, kann sich schnell alles ändern. So entstand in Chyhyryn der Freie Gemeinschaftsraum „Khata-Hub“, Dina Hlazunova ist seine Gründerin.

Die Entscheidung, so ein Jugendzentrum aufzubauen, fiel, als die Stadt sich dem Netzwerk der KIEWER GESPRÄCHE anschloss. Rasch fingen die InitiatorInnen an, nach Gleichgesinnten zu suchen und eine Finanzierung sicherzustellen. Natürlich gab es zahlreiche Hindernisse auf dem Weg zur erfolgreichen Eröffnung: So musste das Team kurz vor der Eröffnung die eigentlich dafür vorgesehenen Räumlichkeiten verlassen und umziehen. Aber der Wunsch, einen Gemeinschaftsraum im eigenen Bezirk zu haben, war am Ende stärker. Letztendlich gab Dina für „Khata-Hub“ ihre eigene Wohnung her. In einem Stadtteil, wo es außer Plattenbauen, ein paar kleinen Läden, einem Kindergarten und einer Schule nichts mehr gab, entstand jetzt der erste Freiraum für Projekte im Bereich informelle Bildung, Kunst, Gestaltung und auch einfach zur Freizeitgestaltung.

Das Team der „Hütte“ (so die wörtliche Übersetzung von „Khata“) besteht aus etwa 10-12 Freiwilligen, die ständig an der Gestaltung des Programms beteiligt sind. Die meisten sind Erwachsene, aber es gibt auch einige Jugendliche unter ihnen. In der ersten Woche nach der Eröffnung erreichten die Aktivitäten des neugeschaffenen Gemeinschaftsraums bereits 150 Menschen. Der Gemeinschaftsraum ist für alle offen: für die kleinsten Gäste wurde ein spezielles Kinderzimmer geschaffen, für Erwachsene werden verschiedene Workshops durchgeführt, für die Jugendlichen gibt es ein Schulungszentrum, die „Schule der aktiven Jugend“ und das Pop-Up-Café. Dina sagt, dass der Treffpunkt dafür da ist, den Bedürfnissen der Menschen zu entsprechen, deswegen reagiert das Team eifrig auf die Anfragen deren, die in die „Hütte“ kommen. Das Team ist ständig dabei, neue Formate, neue Workshops und neue Aktivitäten zu testen und zu erfahren, was für die Einwohner interessant sein kann und welche Vorschläge sie selbst dazu haben.

Der nächste wichtige Schritt wird nun sein, den Gemeinschaftsraum rentabel zu machen, damit man wenigstens die Betriebskosten zahlen kann, sowie ihn zu vergrößern und das Programm zu erweitern.

Und Dina ist mehr denn je überzeugt: Eine kleine Gruppe von Menschen, die gut organisiert ist, und eine gemeinsame Idee, Ziele und Werte hat, kann ihre Umgebung und den städtischen Raum schlagartig verändern.

Unten: Video über "Khata-Hub" von HromadskeTV Cherkasy (Ukrainisch)

 

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